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Eine Halloween Geschichte

Der 28. Oktober war noch nie ein guter Tag für mich. Neben dem Fakt, dass es mein Geburtstag war und meine Mutter bei meiner Geburt starb, passierten mit jedem Jahr zunehmend schlimmere Dinge. Vor drei Jahren fiel meine Katze vom Dach und brach sich ihr Bein. Vor zwei Jahren biss ein Pferd meiner großen Schwester einen Finger ab. Seit letztem Jahr lag meine Tante im Koma wegen eines Autounfalls, bei dem ich überraschenderweise verschont geblieben war. All dies passierte an dem 28. Oktober und jedes Mal war ich anwesend. Doch all diese Vorfälle konnten mich nicht auf dieses Jahr vorbereiten.

Alles fing damit an, dass Kelly, ein Mädchen aus meiner Klasse das ich mag, mich zu ihrer Geburtstagsfeier einlud, die leider auf den schlimmsten Tag des Jahres fiel. Ich sagte zu, ohne lange zu überlegen und hoffte, dass dieses Jahr nichts Schlimmes passieren würde. Am Tag der Feier erreichte ich Kellys Haus klatschnass, da es aus Eimern schüttete und mein Regenschirm unterwegs gebrochen war. Nachdem ich neue Kleider von Kelly bekommen und mich umgezogen hatte, gesellte ich mich zu den anderen Gästen. Wir kuschelten uns unter einige Decken vor den Kamin und ließen einen Horrorfilm laufen.

Als wir mit dem Film halbwegs durch waren, hörten wir Schritte von oben. Kurz darauf erschien Kellys Schwester, Abby. Sie lief die Treppen hinunter und rieb sich dabei den Schlaf aus den Augen. “Kelly?”, rief sie und blieb am Ende der Treppe stehen. Wir stoppten den Film und drehten uns alle zu Abby um. “Kannst du es auch atmen hören?”, fragte sie mit ihrer hohen Stimme. “Was meinst du?” Abby zuckte mit den Schultern. “Ich höre andauernd etwas atmen. Es stört beim Schlafen. Könntet ihr damit aufhören, falls ihr es seid?” Kelly nickte und Abby rannte zufrieden die Treppen hinauf.

“Das war komisch”, bemerkte Vivianne, eine von Kellys Freundinnen.


“Vielleicht hat sie nur den Film gemeint”, äußerte ich und stellte den Fernseher leiser. Wir vertieften uns wieder in den Film. Etwa zehn Minuten später drohte das Feuer auszugehen, obwohl wir erst vor drei Minuten ein Stück Holz nachgelegt hatten. Vivianne richtete sich auf und verkündete, dass sie auf die Toilette musste. Gerade als sie den Flur entlang verschwand, erlosch das Feuer von einer Sekunde auf die andere. “Das ist bisher noch nie passiert”, murmelte Kelly, und ich fühlte mich sofort unwohl. Wahrscheinlich hatten meine Präsenz und das Datum des Tages keinen guten Einfluss auf diese Party. Der Strom fiel von einem Moment auf den anderen aus.


Plötzlich schrie Kelly auf. Ich drehte meinen Kopf zum Fernseher, auf welchen Kelly entsetzt deutete. Langsam bildeten sich Wörter in Blutrot und nach einigen Sekunden stand da: “Hütet euch”. Anna, das vierte Mädchen, das von Kelly eingeladen worden war, lachte nervös. “Das ist wirklich gut gemacht. Ich hatte schon fast Angst.” Ich nahm die Fernbedienung und drückte auf verschiedene Tasten, aber die Schrift verschwand nicht. Die Lichter im Haus gingen wieder an. “Wo ist Vivianne?”, fragte ich. Sie war nun bereits seit fast zehn Minuten weg. Anna zuckte mit den Schultern und als ich mich auf die Suche nach ihr begeben wollte, trat sie durch die Wohnzimmertür.

Jedenfalls dachte ich das in dem ersten Moment. Sie drehte sich langsam zu mir um und ihre leeren Augenhöhlen schienen mich zu fixieren. Anna fluchte, sprang auf und lief aus dem Raum. Kelly und ich blieben wie erfroren stehen. Vivianne fauchte und kam auf mich zu gehumpelt. Kelly kam endlich wieder zur Besinnung und zog mich mit ihr aus dem Raum hinaus. Wir liefen durch die Küche, in der noch die ungeöffneten Geschenke standen. Wir wussten nicht, wohin Anna gelaufen war, aber rannten trotzdem hinaus in den Garten. Während wir die Gartentür öffneten, näherte Vivianne sich uns. Sie hatte uns fast erreicht, als sie plötzlich vor dem Badezimmer innehielt und hineintrat. Kelly öffnete die Tür und wir liefen in den Garten hinaus. Als ich einen Blick über meine Schulter warf, war es nicht mehr Vivianne die uns verfolgte, sondern Anna. “Was auch immer es ist, ich glaube es nimmt die Gestalt der Person an, die es als letztes umgebracht hat”, informierte ich Kelly, die mir nicht richtig zuhörte.

Anna kam erschreckend schnell auf uns zu und ich entschied, etwas zu unternehmen, damit Kelly und ich einen Vorsprung hatten. “Lauf weiter”, rief ich Kelly zu und blieb stehen. Sie rannte durch den Garten, während ich ein Fischernetz von Kellys Vater auf das Monster warf. Es rang für einige Momente mit dem Netz und ich ergriff die Flucht. Kelly war bereits aus dem Garten verschwunden und lief die Straße hinter ihrem Haus entlang. Ich erreichte die Gartentür und spürte für einen Moment ein unangenehmes Stechen, das jedoch sofort wieder verschwand. Ich folgte Kelly für einige Meter, bis sie stehen blieb. “Es geht weg”, flüsterte sie. Ich lachte triumphierend und drehte mich zu der Stelle um, wo eigentlich die Monsterversion von Anna stehen sollte. Jedoch stand sienicht da. Stattdessen marschierte eine Person mit dunkler Haut und kurzen braunen Haaren durch den Garten. Als sie sich für einen kurzen Augenblick umdrehte, erkannte ich mich selbst.

by Cassy Raven

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