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Die weisen Tiere (alternatives Ende)

Es war einmal ein kleines Mädchen, das lebte in einem kleinen Dorf, wo alle Menschen sehr viel arbeiten mussten. Und weil es noch so klein war und noch nicht richtig arbeiten konnte, ließ das Dorf das kleine Mädchen die Gänse hüten. Jeden Morgen also stand das kleine Mädchen auf und holte alle Gänse des ganzen Dorfes ab und trieb sie alle zusammen auf ein schönes grünes Feld, das außerhalb des Dorfes lag. Und da Gänse doch nicht richtig fliegen können, nur so ein bisschen rumflattern, und da sie auch nicht schnell laufen können, nur so ein bisschen rumwatscheln, hatte das kleine Mädchen gar keine große Mühe mit ihnen. Sie konnten ihr weder weglaufen noch davonfliegen.

Aber eines Tages, als das kleine Mädchen gerade alle seine Gänse zusammengetrieben hatte, bemerkte es auf einmal, dass es eine Gans mehr hatte als gewöhnlich und dass diese Gans unmöglich aus dem Dorf stammen konnte. Sie sah ganz fremd und merkwürdig aus, hatte viel stärkere Flügel, und was das Merkwürdigste war: Sie hatte mitten auf der Brust einen wunderschönen schwarzen Fleck. Das kleine Mädchen, ganz verwundert, versuchte, sich mit der neuen Gans anzufreunden und ihr freundlich zuzusprechen, wie es das sonst mit allen seinen Gänsen, vor allem mit den neuen Gänsen, zu tun pflegte. Die Gans mit dem schwarzen Fleck auf der Brust hörte ihr auch ganz geduldig zu, dann drehte sie sich plötzlich watschelnd um – und flog davon.

Obwohl doch alle Menschen wissen, dass Gänse gar nicht fliegen, sondern nur so ein bisschen rumflattern können.

Was sollte sie nun tun? Der Gans hinterherlaufen? Wohl eher fliegen…aber zum Fliegen brauchte sie Flügel. Oder Vielleicht nicht? Ein Flugzeug brauchte sie! Aber für ein Flugzeug braucht man Geld. Da das kleine Mädchen leider weder Flügel noch Geld hatte, beschloss es, es sein zu lassen. Mit gesenktem Kopf ging sie langsam in die Mitte der Wiese und setzte sich hin. Traurig, weil die Gans sie einfach verlassen hatte, schlief sie langsam auf der Wiese ein.

Wach wurde sie erst 2 Stunden später, wegen den Gänsen, die wild herumsprangen und schrien. “Was ist nur passiert, was ist nur los? Wo bin ich denn?”, fragte sich das Mädchen verwirrt. Es war schon dunkel geworden, sie sah nichts, hörte nichts, bis auf die Gänse und einige schreiende Menschen etwas weiter weg. “Banna- schrien sie, oder zumindest klang es danach. “Annha, Anna”- es klang, als würden sie jemanden suchen, jemanden namens Anna. “Anna!” Anna? “Anna ist mein Name!”, wunderte sich das kleine Mädchen. “Anna, wir haben die gesucht, überall gesucht, was hast du denn nur so lange hier gemacht?” “Geschlafen habe ich Mama, geschlafen!” Nach diesem Schreck ging es für Anna, ihre Eltern und die Nachbarn aus dem Dorf, die suchen geholfen hatte, ins Bett.

Da Anna oben auf der Wiese geschlafen hatte, war sie nicht besonders müde, trotzdem ließ sie sich nach dem Gänse zurückbringen, erschöpft in ihr kleines Bett, plumpsen, schließlich war es schon spät. Anna lag im Bett und lass ihrem Teddybären eine Geschichte vor: “Die 7 Geißlein, wollten sie schnell verstecken, doch dann kam die böse weiße Gans mit den schwarzen Punkt auf der Brust und-” Sie schaute sich das Buch verwundert an, sie hatte die Geschichte schon so oft gelesen, und eine weise Gans mit einem schwarzen Punkt auf der Brust, kam darin nicht vor. Sie blinzelte ein paarmal und versuchte noch einmal zu lesen, was auf dieser Seite stand: “Die 7 Geißlein, wollten sie schnell verstecken, doch dann kam der große böse Wolf-” Sie war verwirrt, sicherlich hat da gerade noch etwas anderes gestanden, aber nun ja, sie beendete die Geschichtsstunde, und ging verwirrt schlafen.

Anna schlief unruhig und träumte schlecht. Von ihrer Wiese und wie sie da lag und schlief, plötzlich flog es aus dem nichts an, zu regnen und zu gewittern. Alle Gänse liefen erschreckt davon, und Anna hatte große Angst und fühlte sich furchtbar, weil sie die Gänse hatte entkommen lassen. Mit durnässten Klamotten und verweintem Gesicht, lief sie durch das Dorf, auf der Suche nach den Gänsen. Doch plötzlich, stand vor ihr die weiße Gans, schauerlich sah sie aus in dem Licht der Blitze. Anna wollte weglaufen, doch als sie sich umdrehte, stand da wieder die Gans, sie drehte sich nach links, doch da war auch eine Gans, rechts auch und plötzlich überall, auf allen Häusern und überall am Boden. Verzweifelt suchte Anna, nach einem Fluchtweg, doch überall standen die gruselig aussehenden Gänse. Anna schaute nach oben und auf einmal, aus dem Nichts kam eine der Gänse im Sturzflug auf sie zugeflogen, in einem Tempo, das Anna schwindelig wurde, doch dann- Anna schreckte mit einem Schrei hoch und schnappte verzweifelt nach Luft. Nur ein Traum- es war nur ein Traum. Oder doch nicht? “AAHHHH”, schrie Anna und fiel währenddessen aus dem Bett. Auf dem Fensterbrett stand eine Gans. Eine weiße Gans, mit einem schwarzen Punkt auf der Brust.

“Anna? Alles in Ordnung?”, schrie ihr Vater, der sofort angerannt gekommen war. Doch alles, was er und die Mutter sahen, als sie hereinkamen…

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Ende 1:

Doch alles, was er und die Mutter sahen, als sie hereinkamen, war Anna, eingekuschelt in ihrem Bett, friedlich mit einer Gans im Arm. Einer weißen Gans mit einem schwarzen Punkt auf der Brust.

Ende 2:

Doch alles, was er und die Mutter sahen, als sie hereinkamen, waren Knochen und Blut. Konchen Blut, die Überreste von Anna. Knochen, Blut und eine weiße Gans, mit einem schwarzen Punkt auf der Brust.

Lisa

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