Die Gans flog davon. Da das Mädchen aber nicht fliegen konnte, rannte es ihr hinterher. Nach einer Zeit wurde sie müde und legte sich schlafen. Als sie am nächsten Morgen erwachte, fiel ihr mit schrecken ein, dass ihre Eltern sicherlich besorgt um sie waren. So kehrte es zu der Wiese zurück, an der es am vorherigen Tag die Gänse gehütet hatte. Dort war aber nur noch eine einzige Gans. Es war die älteste, die zu träge war, um wegzulaufen.
Das kleine Mädchen hatte Angst, dass die Dorfbewohner es schimpfen würden, und so machte es sich auf die suche nach den verschwundenen Gänsen. Die alte Gans die ihm verblieben war, war zwar nicht besonders schnell, dafür hatte sie in ihrem langen Leben schon vieles gesehen, und beherrschte so auch die Menschensprache.
Den ganzen Tag lang irrte das Mädchen durch Felder, Wiesen, Täler und Wälder. Spät am Abend kehrte sie ins Dorf zurück, wo sie niedergeschlagen zu ihren Eltern ging. Nur die alte Gans hatte sie nach Hause bringen können, die anderen blieben verschwunden.
Als die Mutter des kleinen Mädchens sie sah, nahm sie sie unter Tränen in den Arm. Das Mädchen erzählte ihr, weshalb sie nicht zurückgekehrt war, und wappnete sich für eine ordentliche Standpauke. Stattdessen versicherte ihr die Mutter, dass sie das einzige sei das zählte, und sie die Gänse am nächsten Tag zusammen suchen würden.
An diesem Abend ging das kleine Mädchen erleichtert ins Bett, und als sie am nächsten Morgen erwachte, saß auf ihrer Fensterbank eine wunderschöne Gans mit einem schwarzen Punkt auf der Brust.
Mia
